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  Eberraute

    

Eberraute (Artemisia abrotanum)
© Photo: Claudia Krebs

Botanische Beschreibung: Artemisia abrotanum L. (Eberraute)

Die Eberraute ist ein Halbstrauch (fast winterharte Staude), die je nach Klima sommer- oder halb wintergrün ist. Sie kommt in den gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre auf trockenen, steinig-lehmigen Böden und in geschützter Lage vor. In viele Teilen Europas eingebürgert ist sie inzwischen selten geworden.

In unseren Breiten findet man sie meist nur noch in Bauerngärten, wo sie auch als Gewürzpflanze gezogen wird. Dort tritt dann auch vereinzelt und unbeständig verwildert auf. Ihre genaue Herkunft ist nicht festlegbar; möglicherweise stammt die Eberraute aus dem Mittelmeerraum, aus Vorderasien oder aus Südwestasien.

Die Eberraute zählt zu den Beifußarten und damit zur Familie der Asteraceen. Wie Beifuß und Wermut verströmt sie einen intensiven aromatischen Geruch, vergleichbar dem Zitronenduft.

Die Pflanze erreicht eine Höhe von 1 - 1,5 m und eine Breite von 30 - 60 cm. Die sehr kleinen gelben Blüten erscheinen im Spätsommer (Juli - Oktober) als fast kugeligen Körbchen, die zu mehreren hundert kurz gestielt, nickend und auf allen Seiten in einer dichten, stark beblätterten Rispe am Ende des Stengels angeordnet sind. Die Blütenkörbchen haben einen Durchmesser von 3 - 4 mm. Kalte Sommer führen zum ausbleiben der Blüte. In unseren Breiten bildet sich kein Fruchtansatz, allerdings kann man die Pflanze sehr gut vegetativ über Stecklinge, die rasch bewurzeln, vermehren. Die in der unteren Hälfte oft kahlen, verholzten und brüchigen Stengel wachsen aufrecht. Weiter oben sind sie mehr oder weniger kurz, dicht und zum Teil graufilzig behaart. Die Blätter der Stengel sind wechselständig, graugrün, ein- bis zweifach fiederteilig, 3 - 8 cm lang, ungestielt und enden im oberen Teil in fadenartig schmalen Zipfeln. Die unteren Blätter haben auch an der Ansatzstelle am Stengel Zipfel, die 0,2 - 0,5 mm breit sind. Alle Blätter sind meist oberseits kahl, unterseits schütter oder graufilzig behaart.

Die oberirdischen Teile der Eberraute enthalten ätherische Öle, Bitter- und Gerbstoffe, Rutin, Cumarin und Abrotin (chemisch nicht näher untersuchtes Alkaloid). Die Blätter haben einen bitter-würzigen Geschmack.

Trotz des deutschen Namen "Eberraute" hat diese Pflanze weder eine enge Verwandtschaft zur Raute noch hat sie irgendeinen Bezug zum Eber. Der Name dürfte vielmehr eine Verbalhornung des lateinischen abrotanum oder des griechischen abrotos (= unsterblich sein, wohl wegen des immergrünen Laubs) sein. Die Eberraute ist in der Tat ein sehr langlebiges Gewächs. Andere Namen der Eberraute lauteten Stabwurz, Eberreis oder Mugwurz (von kelt. mug = erwärmen). Nach Dioskorides wirkt Stabwurzsamen in Öl vermischt gegen Schüttelfrost, also ein Mittel das Wärme erzeugt. Bei den Griechen war der "stabähnliche Beifuß" (Artemisia abrotanum) der Göttin Diana, der Schützerin der Gebärenden, geweiht und galt (z.T. auch heute noch) als menstruationsförderndens Mittel. Dioskorides empfiehlt, de Samen der Eberraute in Wasser zerkleinert oder gekocht als Brühe gegen Kurzatmigkeit, Krämpfe, Brüche, Hüftbeschwerden, mit Brot oder Quitten vermengt oder mit Gerstenmehl, Wasser oder Öl vermischt als Umschläge bei Geschwüren. Hildegard von Bingen berichtet von der Wirksamkeit des Safts der Eberraute gegen Grind, Beulen und Geschwüre. Umschläge aus einem Gemisch von Saft, altem Fett und Baumöl - alles in einer Pfanne gedünstet seien "auf das Glied, dem die Gicht so wütet" aufzulegen.

Die Eberraute fand aber auch als Würzpflanze bei der Zubereitung fetten Fleisches und anderer Speisen und Getränke Verwendung, ebenso als Duftpflanze. In der Antike wanden die Römer Duftkränze aus der Eberraute, ein Brauch der wohl auch im Mittelalter noch gepflegt wurde.

Autor:

Claudia Henn

Quelle:

BIOZAC - BIOkybernetisches Zentrum AAChen
Die Pflanzen des Capitulare de Villis
http://www.biozac.de/biozac/capvil/Cvartem.htm

 

 

Listinus Toplisten Ego Gunter Krebs indignus programator scripsi hunc situm TelaeTotiusTerrae anno domini 2003 Turba Delirantium
© by Turba Delirantium und Gunter Krebs (2003), alle Rechte vorbehalten  Jegliche Veränderungen, Kürzungen, Nachdrucke (auch auszugsweise) bedürfen der Genehmigung der Verfasser.

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