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TURBA DELIRANTIUM

 

 

Walther von der Vogelweide:
Palstinalied
walther_vd_vogelweide.jpg (9469 Byte)

Palstinalied
 
Palstinalied
 
1 lrrst lbe ich mir werde,
st mn sndic ouge siht
daz here lant und ouch die erde,
der man s vil ren giht.
ez ist geschehen, des ich ie bat:
ch bin komen an die stat,
d got menischlchen trat.
 
Nun erst lebe ich wrdig,
seit mein sndiges Auge sieht
das reine Land und auch die Erde,
der man so viel der Ehren gibt.
Mir ist passiert, worum ich stets bat
ich bin an die Sttte gekommen,
wo Gott die Menschwerdung antrat.
2 Schoeniu lant, rch unde hre,
swaz ich der noch hn gesehen,
s bist ds ir aller re.
waz ist wunders hie geschehen!
daz ein magt ein kint gebar,
hre ber ller engel schar,
wz daz niht ein wunder gar?
 
Schne Lnder, reich und herrlich,
was ich von solchen bis heute gesehen,
so bist du ihrer aller Krone.
Was fr ein Wunder ist hier geschehen!
Da eine Magt ein Kind gebar,
erhaben ber aller Engel Schar,
war das nicht ein vollkommenes Wunder?
3 Hie liez er sich reine toufen,
daz der mensche reine s.
d liez er sich hie verkoufen,
daz wir eigen wurden fr.
anders waeren wir verlorn.
wl dir, spr, kriuze nde dorn!
w dir, heiden, dz ist dir zorn!
 
Hier lie er, der Reine sich taufen,
damit der Mensch rein sei.
Dann lie er sich hier verkaufen,
damit wir Leibeigene frei wrden.
Anderenfalls wren wir verloren.
Wohl Dir, Speer, Kreuz und Dorn!
Weh Dir, Heiden, das ist Dir ein rgernis!
4 D r sich wolte ber ns erbarmen,
d leit er den grimmen tt,
r vil rch ber ns vil armen,
daz wir komen z der nt.
daz in d des niht verdrz,
dst ein wunder alze grz,
aller wunder bergenz.
 
Da er sich wollte unsrer erbarmen,
da erlitt er den grausamen Tod,
er, der Allmchtige, ber uns so Armselige,
damit wir entkmen der Not.
Da ihn das damals nicht verdro,
das ist ein Wunder bergro,
das aller Wunder, seinesgleichen nicht hat.
 
5 Hinnen vuor der sun ze helle,
vn dem grbe d nne lac.
des ws der vater ie geselle
nd der geist, den nieman mac
sunder scheiden, z s ein,
sleht und ebener danne ein zein,
als er Abrahme erschein.
  
Von hier fuhr der Sohn zur Hlle,
von dem Grabe, darin er lag.
Dabei war stets des Vaters Beistand
und der Geist, den niemand kann
gesondert scheiden, es soll eins sein,
klar und weiter als ein Schein,
so wie er Abraham erschien.
6 D r den tuifel ls geschande
daz nie keiser baz gestreit,
d vuor r her wder ze lande.
d huob sich der juden leit:
dz er, hrre, ir huote brach
und dz man n st lebendig sach,
dn ir hant sluog unde stach.
 
Als er den Teufel dort geschunden,
wie nie ein Kaiser besser stritt,
da kam er wieder zum Land.
Da hob sich an der Juden Leid:
Da der Herr ihre Bewachung brach
und da man ihn dann lebend sah,
den ihre Hand schlug und stach.
7 Da nch was er in dem e lande
vierzic tage, d vor er dar,
dannen in sn vater sande.
snen geist, der uns bewar,
dn sant r hin wider ze hant.
heilig ist daz selbe lant,
sn nme, der st vor got erkant.
 
Danach war er in dem Lande
vierzig Tage, dann fuhr er dorthin,
woher ihn sein Vater sandte.
Seinen Geist, der uns bewahre,
den sandte er gleich wieder her.
Heilig ist eben dieses Land,
sein Name, der ist vor Gott anerkannt.
8 In daz lant ht er gesprochen
einen angeslchen tac,
d der weise wirt gerochen
und diu witwe klagen mac
und der arme den gewalt,
den man ht mit in gestalt.
wol im dort, der hie vergalt!
 
Auf das Land hat er gesprochen
einen schrecklichen Gerichtstag,
an dem der Waise wird gercht
und die Witwe Klage erheben kann
und der Arme gegen die Gewalt,
die man ihnen angetan hat.
Wohl ihm dort, der hier vergilt!
9 nserre lntrhter tihten
fristet d niemannes klage,
wan er wl d z stunt rihten.
s st ez an dem lesten tage.
und swer deheine schulde hie lt
unverebent: wie der stt
drt, d er pfnt noch brgen ht.
 
Nicht wie unsere Landrichter tten
schiebt man da niemandes Klage auf,
denn er wird da sofort richten.
So wird es am letzten Tage sein.
Und wer irgendeine Schuld hier lt
ungetilgt: Wie steht der da,
dort, da er weder Pfand noch Brgen hat.
10 r lt iuch des niht verdriezen,
daz ich noch gesprochen hn?
s wil ich die rede entsliezen
kurzwlen und iuch wizzen ln,
swz got wnders hie noch lie,
mit der werlte ie begie,
daz huob sich dort und endet hie.
Ihr lat euch dessen nicht verdrieen,
was ich bis jetzt gesprochen habe?
so will ich die Rede weiterfhren
in Krze - und euch wissen lassen,
was Gott an Wundern hier noch werden lie
und fr die Welt ins Werk gesetzt hat,
das hub dort an und wird hier enden.
 
11 Kristen, juden und die heiden
jehent, daz dz ir erbe s.
gt, meze z ze rehte scheiden
durch die sne namen dr.
al diu werlt, diu strtet her:
wir sn an der rehten ger.
reht ist, daz er uns gewer!
 
Christen, Juden und die Heiden
behaupten, da dies ihr Erbe sei.
Gott msse es zu Recht entscheiden
um seiner drei Wesenheiten willen.
Die ganze Welt, die streitet hierber:
Wir sind an der rechten Seite.
Recht ist, da er es uns gewhre!
12 M dann hundert tsent wunder
hie in disem lande sint,
d von ich niht m besunder
kan gesagen als ein kint,
wan ein teil von unser .
swem des niht genoge, der g
zo den jden, die sgent im m.
 
Mehr denn hunderttausend Wunder
sind hier in diesem Lande,
davon ich nicht mehr im einzelnen
sagen kann als ein Kind,
auer einem Teil von unserem Recht.
Wem dies nicht gengt, der gehe
zu den Juden, die sagen ihm mehr.
13  Vrowe min, durch iuwer gete
nu vernemet mine clage,
daz ir durch iuwer hochgemete
nicht erzuernet, waz ich sage.
Vil lihte daz ein tumber man
misseredet, als er wol kann.
daran solt ir iuch nicht keren an .
 
Meine Dame, durch eure Gte
vernehmt nun meine Klage,
damit ihr durch euer hohes Gemt
von dem was ich sage nicht erzrnt.
Vielleicht, da ein ungeschickter Mann
schlechter redet als er knnte
daran sollt ihr euch nicht stren.

 

Listinus Toplisten Ego Gunter Krebs indignus programator scripsi hunc situm TelaeTotiusTerrae anno domini 2003 Turba Delirantium
by Turba Delirantium und Gunter Krebs (2003), alle Rechte vorbehalten  Jegliche Vernderungen, Krzungen, Nachdrucke (auch auszugsweise) bedrfen der Genehmigung der Verfasser.

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